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Inhalt
Organisatorische und rechtliche Vorbereitungen
- Anmeldung bei Deiner Gemeinde & Hundesteuer
Ein wichtiger Punkt auf Deiner To-do-Liste ist die Anmeldung Deines Welpen bei Deiner Gemeinde, sobald er bei Dir eingezogen ist. Damit wird auch die Hundesteuer fällig, deren Höhe je nach Kommune variiert. In der Stadt Würzburg gilt beispielsweise: Alle Hunde müssen ab einem Alter von vier Monaten angemeldet werden. Die genauen Kosten und den Ablauf findest Du auf der Website Deiner Stadt. - Haftpflichtversicherung abschließen
Eine Hundehaftpflicht gehört zu den wichtigsten Absicherungen. Auch wenn es jetzt noch weit weg erscheint: Ein Hund kann in eine Rauferei geraten, einen Menschen verletzen oder Schäden anrichten – etwa in der Wohnung oder im Haushalt. Für solche Fälle bist Du mit der passenden Versicherung abgesichert. - Leinenpflicht & Co. im Blick behalten
Informiere Dich frühzeitig darüber, wo Dein Hund frei laufen darf und wo Leinenpflicht besteht. Diese Regelungen unterscheiden sich je nach Region. Auch saisonale Vorschriften – wie die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit – solltest Du kennen, um unnötigen Ärger zu vermeiden. - Den passenden Tierarzt finden
Kümmere Dich rechtzeitig um einen Tierarzt Deines Vertrauens. Gerade für die Grundimmunisierung stehen die ersten Termine schnell an. Ein guter Tipp: Frag, ob Du mit Deinem Welpen schon vor dem ersten „ernsten“ Termin vorbeikommen kannst. So kann er die Praxis entspannt kennenlernen, positive Erfahrungen sammeln und verknüpft den Tierarztbesuch nicht direkt mit Stress. Für den Ernstfall lohnt es sich außerdem, Tierkliniken in Deiner Nähe sowie wichtige Notfallnummern parat zu haben. - Urlaubs- und Krankheitsbetreuung planen
Überlege Dir am besten schon vorab, wer Deinen Hund betreuen kann, wenn Du krank bist oder verreist. Verlässliche Betreuungspersonen sind Gold wert. Auch Hundepensionen solltest Du frühzeitig anfragen – gute Plätze sind oft schnell ausgebucht. - Urlaub für die ersten Wochen nehmen
Du und Dein Welpe benötigen Zeit zum Eingewöhnen und Routinen aufbauen. Ganz wichtig ist außerdem, dass ein Welpe nicht direkt alleine bleiben kann. Das Alleinebleiben muss in kleinen Schritten trainiert werden und braucht, je nach Hund, Zeit. Um hier den Druck rauszunehmen, benötigst Du mindestens zwei bis drei Wochen Urlaub, idealerweise kannst Du Deinen Hund mit auf die Arbeit bringen oder hast eine zweite Betreuungsperson, die sich anschließend um Deinen Hund kümmern kann. - Hundeschule und Welpenkurse
Auch Hundeschulen bzw. Welpengruppen und Welpenkurse sind erfahrungsgemäß gut besucht. Sobald Du also weißt, dass Dein Welpe einziehst, macht es Sinn sich über einen Kursplatz zu informieren. Informationen und Termine in unserer Hundeschule findest Du unter Welpenkurse.
Die richtige Erstausstattung für Deinen Welpen
Das Angebot für Welpen ist riesig und überfordert zukünftige Hundehalterinnen und Hundehalter schnell. Von Leine und Geschirr über Spielzeug und Hundebett bis zu Hundenäpfen. Wir zeigen Dir, was Du für den Anfang wirklich brauchst.
Für Zuhause
- Hundebett oder Hundekörbchen: Achte bei der Auswahl darauf, dass der Schlafplatz eine ausreichende Größe besitzt, bequem und vor allem gut zu reinigen ist. Insbesondere in der Zeit, in der Dein Welpe noch nicht stubenrein ist, ist es wichtig, dass sich das Hundebett gut reinigen lässt.
- Hundenäpfe: Je nach Größe Deines Hundes solltest Du auch einen passenden Futter- und Wassernapf bereitstellen. Diese sollten sich ebenfalls gut reinigen lassen. So mancher Hund macht beim Trinken eine kleine Sauerei, je nach Boden kannst Du mit einer Unterlage Wasserflecken vorbeugen.
- Spielzeug: Spielzeug darf für den Welpen natürlich nicht fehlen. Die Vielfalt ist riesig, achte daher darauf, dass das Spielzeug auch wirklich für Welpen geeignet ist, also nichts, das Dein Welpe verschlucken oder dass sich um seinen Fang legen kann. Gerade zu Beginn sollte das Spielzeug robust sein, sonst fällt es schnell den Welpenzähnen zum Opfer. A prospos Zähne: Für den Zahnwechsel empfiehlt sich z.B. Kauspielzeug, das Du auch als Alternative zum Tischbein anbieten solltest.
- Futter und Leckerlies: Beim Futter solltest Du zunächst das Futter weiterfüttern und kleinschrittig neues Futter beimischen, wenn Du umstellen möchtest. Lasse dich auch hier im Fachhandel beraten. Für das Training machen außerdem Leckerlies Sinn, diese solltest Du von den Futterrationen abziehen.
- Pflegeutensilien: Bürste, Zeckenzange und für später auch eine Krallenschere sind wichtige Utensilien, die Du für Deinen Hund brauchst. Mit dem sogenannten Medical Training übst Du mit Deinem Welpen, dass es nicht dramatisch ist, sich bürsten oder anfassen zu lassen. Das ist super wichtig, denn so mancher Hund findet es nicht sonderlich schön, wenn der Mensch ihn nicht zu seinen Bedingungen anfasst und festhält. Auch das üben wir in unserem Welpenkurs.
Für den Transport und unterwegs
- Leine, Halsband und Geschirr: Wahrscheinlich wird Dir der Züchter, das Tierheim oder die Tierschutzorganisation Deinen Welpen mit Halsband und/oder Geschirr inklusive Leine übergeben. Lass dich anschließend in einem Fachhandel zu einem gut sitzenden Brustgeschirr beraten. Je nach Alter Deines Welpen reicht eine kurze Führleine aus. Eine Schleppleine bis zu 5 Metern macht für Training und Freilauf ebenfalls Sinn.
- Kotbeutel: Im Laufe des Zusammenlebens wirst du womöglich die Erfahrung machen, dass sich auf wundersame Weise in jeder Deiner Jackentaschen mindestes ein Kotbeutel befindet. Bis dahin solltest Du dir einige Kotbeutel auf Vorrat zulegen.
- Tansportbox oder Rücksitzbankvorrichtung mit Anschnallgurt: Für Autofahrten solltest Du Deinen Hund zum einen sicher transportieren und zum anderen langsam an das Autofahren gewöhnen. Dafür gibt es im Fachhandel diverse Möglichkeiten Deinen Hund sicher von A nach B zu bringen.
So machst Du Deine Wohnung welpensicher
Die Vorbereitungen sind erledigt, die wichtigsten Utensilien eingekauft – nun fehlt nur noch der Welpe UND eine welpensichere Wohnung. Denn die wird der Neuankömmling sicherlich zu Beginn neugierig erkunden.
- Offen herumliegende Stromkabel solltest Du erst einmal außer Reichweite bringen.
- Giftige Zimmerpflanzen sollten ebenfalls erst einmal weggeräumt werden.
- Giftige Lebensmittel, wie Schokolade, Avocado, Nüsse, etc. sollten verräumt werden.
- Dekoration, die Dein Welpe sehr spannend findet, sollte ebenfalls außer Reichweite platziert werden.
- Treppen sollten abgesichert werden, denn Dein Welpe kann die Stufen im Zweifel noch nicht richtig einschätzen.
- Garten und Balkon sollten ebenfalls abgesichert werden.
- Futterstelle einrichten: Richte Deinem Welpen einen Ort ein, an dem er in Ruhe fressen und trinken kann.
- Liegestelle einrichten: Der Schlafplatz Deines Welpen sollte ein Rückzugsort für ihn sein.
Der erste Tag Deines Welpen im neuen Zuhause
Der erste Tag im neuen Zuhause ist für alle Beteiligten aufregend und natürlich auch anstrengend. Die Autofahrt, eine neue Umgebung, weitere Familienmitglieder und Haustiere sind ziemlich viel Input für Deinen Welpen. Achte deshalb darauf, dass Dein Hund ankommen und die Reize verarbeiten kann. Folgende Dinge kannst Du beachten.
Kennenlernen auf neutralem Boden
Leben weitere Hunde in Deinem Haushalt, macht es Sinn, das Kennenlernen auf neutralem Boden zu arrangieren. Nicht im Haus oder Eurer Wohnung und gegebenenfalls auch nicht im Garten – je nachdem, ob Dein Hund territoriale Ansprüche stellt. Achte darauf, dass Dein Welpe nicht komplett überrannt wird, sondern ein höfliches Kennenlernen stattfindet. Greife gegebenenfalls ein, um Deinem Welpen Raum zu geben und unmissverständlich mitzuteilen, dass der Mensch die Regeln aufstellt, wenn Du bemerkst, dass es ihm zu viel wird. Das gilt natürlich auch, wenn der Jungspund dem bereits bei Dir lebenden Hund auf die Nerven geht.
Lasse Deinen Welpen das neue Zuhause erkunden
Gib Deinem neuen Familienmitglied die Möglichkeit, sein Zuhause in Ruhe zu erkunden. Hier kannst du schon einige Beobachtungen anstellen: Läuft Dein Welpe selbstbewusst und eigenständig durch die Räume oder bedarf es einer Beobachtungsphase und Deiner Begleitung? Solche kleinen Momente können (müssen nicht ;)) Dir schon ein wenig über den Charakter Deines Hundes verraten. Selbstverständlich darfst Du Deinem Welpen auch von Anfang an mitteilen, wenn bestimmte Räume tabu sind und Du solltest definitiv einreifen, wenn es auf Treppen oder in anderen Situationen gefährlich werden könnte.
Mit Rückzugsort und Schlafplatz vertraut machen
Zeige Deinem Welpen seinen Schlafplatz, indem Du ihn dort hinführst und ihn lobst, sobald er die Decke, das Körbchen oder die Box betritt. Bemerkst du, dass Dein Vierbeiner müde wird, kannst Du ihn außerdem bereits zu seinem Schlafplatz tragen, sodass er dort ruhen kann. Wichtig ist, dass Dein Welpe dort wirklich in Ruhe gelassen wird und ihn auch keine Kinder oder weitere Haustiere stören. Wenn wir Menschen zukünftig erwarten, dass ein Hund auf seinem Schlafplatz entspannt, müssen wir auch dafür sorgen, dass er dort seine Ruhe hat.
Kein großer Besuch am ersten Tag
Ob Nachbarn, Freunde oder die Verwandtschaft – meist wollen alle den kleinen Welpen bereits am ersten Tag kennenlernen. Am ersten Tag jedoch ist die Reizüberflutung groß und Dein Hund muss erst einmal die Veränderung und viele neue Reize verarbeiten. Versuche also die Besucherwelle gestaffelt einzuladen und achte darauf, dass Dein Welpe in Ruhe positive Bekanntschaften machen und diese anschließend verarbeiten kann.
Regeln gelten auch am ersten Tag
Natürlich ist Dein Welpe am ersten Tag etwas überfordert und als Mensch möchte man nicht noch für zusätzlichen Stress sorgen. Dennoch ist es wichtig, Deinem Hund zu zeigen, dass im neuen Zuhause Regeln gelten – und dass diese Regeln natürlich von uns Menschen gemacht werden. Regeln könnten lauten, dass Dein Welpe bestimmte Räume nicht betreten, die Kinder nicht anspringen oder nicht auf die Couch hüpfen darf.
Stubenreinheit will gelernt sein
Dein Welpe muss erst noch lernen, dass er sein Geschäft draußen verrichten soll. Damit du bereits von Anfang an den Grundstein für eine Stubenreinheit legst, solltest Du ihn sich alle zwei Stunden, nach dem Fressen, nach dem Spielen und nach dem Schlafen lösen lassen. Führe ihn dafür zu Beginn an eine bestimmte Stelle, strahle Ruhe aus und lobe Deinen Hund, wenn er sein Geschäft verrichtet hat. Sollte mal etwas daneben gehen, schimpfe ihn nicht – schließlich weiß er ja noch nicht, dass der Löseplatz draußen ist.
Alltagsroutinen aufbauen
Zu Beginn helfen vielen Hunden Strukturen, um sich im neuen Alltag zurechtzufinden. Mache dir deshalb zeitnah Gedanken, wie du die nächsten Tage angehen möchtest. Möchtest Du nach dem ersten Spaziergang Deinen Hund füttern und anschließend soll er Ruhe halten? Oder geht es erst kurz nach draußen in den Garten und danach steht der große Spaziergang an? Kleine Routinen geben Halt und erleichtern Euch später die Strukturierung Eures gemeinsamen Zusammenlebens.
Die erste Nacht Deines Welpen im neuen Zuhause
Dein Hund hat am ersten Tag viele neue Eindrücke gesammelt und braucht die Möglichkeit zu schlafen und zu verarbeiten. Bevor es Zeit zum Schlafengehen ist, bringst Du Deinen Welpen am Besten nochmal nach draußen, damit er sein Geschäft verrichten kann. Zu Beginn kann eine offene Box hilfreich sein – manchen Hunden vermittelt sie das Gefühl von Schutz, sozusagen wie in einer kleiner Höhle. Wo Dein Hund letztendlich schläft, entscheidest Du. Ganz wichtig ist allerdings, dass Dein Welpe in der ersten Nacht nicht alleine schläft. Zum einen, weil er das nicht gewöhnt ist und zum anderen, weil Du ihn auch nachts alle zwei bis drei Stunde nach draußen lassen solltest, damit er sich dort lösen kann. Sollte er tief und fest schlafen brauchst Du ihn natürlich nicht aufzuwecken. Du solltest dennoch nach ihm sehen und nach draußen gehen, sollte er wach werden. Auch am nächsten Morgen heißt es, schnell sein, wenn nichts daneben gehen soll. Idealerweise legst Du Dir Schuhe, Jacke und Co bereit.
